| Veranstaltung: | Delegiertenversammlung | 52. BMV |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 9.2.2. Beisitzende (offen) |
| Antragsteller*in: | Nicolas von Walter (GHG Passau) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 14.12.2025, 10:44 |
B8: Nicolas von Walter
Selbstvorstellung
Liebe Freund*innen,
über die letzten Jahre hat sich in unserer Gesellschaft das Verständnis breit gemacht, dass gemeinsame Werte, wie die der universellen Menschenrechte, des gegenseitigen Respekts und selbst der Glaube in die Demokratie als einfache politische Meinungen verhandelbar sein sollten. Solche Diskussionen weiten sich unweigerlich auf unsere Hochschulen aus, in denen rechtskonservative und „Unparteiische“ Gruppierungen immer weiter an Zuspruch gewinnen und bestehende Gewissheiten (wie zum Beispiel die Paritätische Besetzung von Gremien mit FLINTA*s) Schritt für Schritt im Namen eines „technokratischen Pragmatismus“ einreißen, während Sozial-ökologisch Stabile Kräfte mittlerweile oft mit Mitgliederschwund und organisatorischer Überbelastung zu kämpfen haben. Zudem besteht die immanente Gefahr, dass auf die ohnehin bestehende Welle von Kürzungen an Hochschulen gemeinsame Finanzierungsprogramme zwischen Bund und Ländern an einer potenziellen Regierungsbeteiligung der AFD (in einem Land) nach einer der anstehenden Landtagswahlen im Osten Deutschlands in den kommenden Jahren mangels Einstimmigkeit der Länder keine Verlängerung erfahren werden. Grade in solchen schwierigen Zeiten ist es essenziell, dass so viele progressive Reserven wie möglich mobilisiert und gestärkt werden, um diesem Trend an unseren Orten der Bildung entgegenzuwirken. Um dies zu gewährleisten, steht meiner Meinung nach der Bundesverband in der Pflicht, seine Mitgliedsgruppen so gut es ihm möglich ist zu unterstützen und um stabile Bündnisse (auch) über Grüne Sphären hinaus aufzubauen und zu stärken.
Aber: wer bin ich überhaupt?
Mein Name ist Nicolas, bin 21 Jahre alt, studiere an der Universität Passau Staatswissenschaften und engagiere mich seit meiner Schulzeit aktiv in diversen politischen Strukturen und Gremien. Bevor ich wegen meinem Studium nach Deutschland gekommen bin, war ich in Kapstadt aufgewachsen, wo ich an die dortige Deutsche Internationale Schule gegangen, und Ende 2023 meinen Deutsch-Südafrikanischen Doppel-Schulabschluss gemacht habe. Als Südafrikaner fühle ich mich im Angesicht der Geschichte meines Landes zutiefst dem Antirassismus, Feminismus und einer, dem Klassismus und dem Neoliberalismus kritisch gegenüberstehenden Haltung verpflichtet. Dazu kommt auch das Verständnis über die Klimapolitischen Folgen, welche den Kontinent (trotz seines prozentual geringeren Anteils an der globalen CO2 Belastung) immer regelmäßiger und proportional härter durch Dürren oder einer extremeren Wüstenbildung heimsuchen (von Extremwetterereignissen mal ganz zu schweigen).
In meiner Schulzeit hatte ich mich stets für die Basisdemokratisierung der Schülervertretung auf Schul-Interner-, regionaler- und auf Überregionaler Ebene eingesetzt. Über meine Mitgliedschaft in der GHG-Passau setze ich mich seit meinem ersten Semester für die Sichtbarkeit der Anliegen der Internationalen Studieren an der Universität ein. Hier verfolge ich neben der Bilingualisierung unserer vertretenden studentischen Gremien auch seit Beginn die Einsetzung von entsprechenden Ausschuss-ähnlichen Strukturen in den Bereichen der Internationalisierung und der Kulturförderung, um möglichst viele betroffene Personen der Hochschulöffentlichkeit in Findungsprozesse einzubinden. Mit dieser Legislaturperiode konnte ich diese Arbeit als, von den Studierenden gewählter Vertreter im Senat, StuPa und im AStA weiter vorantragen. In meiner Rolle als Sprecher unserer GHG und als Mitglied der GEW hatte ich viele Erfahrungen in Gruppenüberspannender Kommunikation und Koordination sammeln können, welche unserem Vernetzungsauftrag definitiv nicht schaden würden. In der vergangenen Amtsperiode hatte ich mich intensiv mit den verschiedenen (für unsere HSG öffentlichen) Prozessen im Bundesverband auseinandergesetzt, hauptsächlich mit der Betreuung und Partizipation für meine Gruppe im Zuge des nun abgeschlossenen Bundesschiedsgerichtsverfahrens, den zwei Sitzungen der Geschäftsordnungsbesprechung und der letzten BMV. In meiner Position innerhalb meiner Hochschulgruppe und zugleich als Stellschraube zwischen den Fraktionen innerhalb unserer „StuPa-Koalition“, genau wie auch in meinen anderen Ehrenamtlichen Tätigkeiten bei der Kartentauschaktion der Seebrücke oder der mit-Organisation von diversen Demonstrationen in unserer kleineren Stadt hatte ich auch das Privileg, aktivistische Meinungsäußerung, vor allem gegen konservative, queerfeindliche und antifeministische Parteien und Personen zu erlernen und dann auch kundzutun.
Der Bundesverband als Mittel zum Zweck?
Wir leben in wahrlich bewegten und unsicheren Zeiten, weswegen Bündnisarbeit lange Zeit nicht mehr so wichtig war, wie sie es jetzt geworden ist. Als Bundesverband ist es unsere Kernaufgabe, rechte Bewegungen und rückständige Strömungen durch geeinte Mobilisierung entschieden entgegenzuwirken. Heißt im Klartext, dass sich der Bundesverband vor allem dem Erhalt und der Stärkung seiner Hochschulgruppen verpflichten muss. Das nicht nur rechtlich und verbal, sondern durch die Institutionalisierung des Angebots von Sachunterstützung und durch die Ausweitung von koordinatorischen Unterstützungsmaßnahmen für Grüne Hochschulgruppen, welche mit entpolitisierten Studierenden oder schwindenden Mitgliedszahlen zu kämpfen haben (mit besonderem Fokus auf die Emanzipation und Ermutigung zur Partizipation von FLINTA*s). Darauf aufbauend muss der Bundesverband diesen Gruppen geeignete Möglichkeiten geben um sich an seiner Entscheidungsfindung und Artikulation innerhalb des Bundesverbandes, auch über Bundesmitgliederversammlungen hinaus aktiv zu beteiligen. Hierfür würde ich gerne für eine der nächsten zwei Bundesmitgliederversammlungen mit den Mitgliedsgruppen Vorschläge zu Anpassungen in Satzungen und Geschäftsordnungen debattieren und erarbeiten. Zudem ist es essenziell, dass sich der Bundesverband Campusgrün mit anderen Bundesverbänden, welche ähnliche Ziele und Überzeugungen auf Bundes- aber auch auf Unionsebene verfolgen, vernetzt und zusammenarbeitet. Darüber hinaus werde ich in der Position eines Beisitzenden Mitglieds des BuVos einem, den Werten dieses Verbandes und seiner Mitgliederversammlungen treu bleibenden Kern-Bundesvorstand so gut es mir möglich ist zuarbeiten und in seiner Arbeit unterstützen.
Es geht darum unseren Bundesverband krisenfest und Zukunftssicher zu machen; damit dieser seinem Basisdemokratischen, Sozialen und vor allem seinem Ökologischen Vertretungsauftrag in Unis und Politik gerecht werden kann.
Solidarische Grüße,
Euer Nicolas
Politisches Engagement und Mitgliedschaften
10/2022 – 09/2023: Sitzungsvorsitzender des Rates der Schülervertretung an der Deutschen Internationalen Schule Kapstadt (DSK)
08/2024 – jetzt: Mitglied GHG Passau
11/2024 – jetzt: Beauftragter des Studierendenparlaments der Universität Passau für Internationale- und Erasmusstudierende
05/2025 – jetzt: Sprecher der GHG Passau
06/2025 – jetzt: Mitglied im AStA/Sprecher:innen-Rat der Universität Passau
07/2025 – jetzt: Mitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
08/2025 – jetzt: gewähltes Mitglied im Universitären Senat und zugleich Mitglied des Studierendenparlaments der Universität Passau
Sonstiges Ehrenamt:
05/2025 – jetzt: Mithilfe im Jugendzentrum „Zentrum für Ambulante Kultur und Kommunikation“ (bei der Umsetzung von sozialen Veranstaltungen und bei der Planung zum Erhalt des Zentrums)
08/2025 – jetzt: Mithilfe bei der Kartentausch-Aktion der Seebrücke Passau
09/2025: Unterstützung und Planung zum CSD Passau
- Alter:
- 21
- Gruppe:
- Grüne Hochschulgruppe Passau
- Hochschule:
- Universität Passau
