| Veranstaltung: | Delegiertenversammlung | 52. BMV |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 9.1.1. Sprecher*in (quotiert) |
| Antragsteller*in: | Alisa Draken (KV Duisburg) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 08.12.2025, 17:19 |
B1: Alisa Draken
Selbstvorstellung
Ihr Lieben,
manchmal fühlt es sich so an, als würde die politische Stimmung im Land kaum noch Luft zum Atmen lassen. Alles wirkt fragil, instabil, schwer vorhersehbar. Und genau dazwischen sitzen wir Studierende, die von keiner Krise verschont bleiben. Grade in diesen Momenten wird mir bewusst: wenn wir nicht laut bleiben, wird es niemand für uns tun.
Studieren unter multiplem Druck
Viele Studierende leben in einem Dauerzustand der Unsicherheit. Die Miete frisst oft das halbe Einkommen, BAföG-Bescheide kommen zu spät oder gar nicht und der Preis für alltägliche Ausgaben steigt schneller, als man hinterherrechnen kann. Gleichzeitig sollen wir im Studium funktionieren, Seminare besuchen, Prüfungen bestehen und am besten immer vor Ort sein. Egal wie eng es finanziell oder mental wird. Individuelle Lebensgeschichte, prekäre, mies bezahlte Nebenjobs und persönliche Hürden werden dabei nicht berücksichtigt. Das ist die ehrliche Realität und sie muss endlich Gehör finden.
Hochschulen in der Finanzierungskrise
Gleichzeitig wird an den Hochschulen so stark gekürzt, dass gute Lehre zur Mangelware wird. Module, Tutorien, ganze Studiengänge werden eingestellt, Forschungsstellen werden nicht verlängert, wichtige Angebote fallen weg. Wenn Stellen nicht besetzt werden, wenn Lehrangebote schrumpfen und Bibliotheken kürzer öffnen, dann spüren wir das am schnellsten. Diese Kürzungen reißen Löcher in Strukturen, die ohnehin fragil sind. Was eigentlich Räume für unabhängige Wissenschaft, Austausch, Forschung und Entwicklung sein sollten, läuft zunehmend im Ausnahmebetrieb. Hier werden nicht nur Angebote, sondern ganze Existenzen weggespart!
Die Antwort: Campusgrün
Ich will politischen Druck erzeugen indem wir auf die Folgen der Hochschulkürzungen für uns Studierende, die Wissenschaft und Gesellschaft aufmerksam machen und gemeinsam mit unseren Mitgliedsgruppen deutlich machen, wie sehr sie den Studienalltag verändern. Gleichzeitig muss Studierendenarmut wieder dorthin, wo sie hingehört: in die politische Debatte. Dafür müssen wir Erfahrungen sichtbar machen, Bündnisse ausbauen und konkrete Forderungen zum BAföG, Wohnraum und fairer Arbeit weiterhin in politische Entscheidungsprozesse einbringen.
Darüber hinaus ist es mir, aus einer kleinen Grünen-Hochschulgruppen-Perspektive, wichtig, die internen Strukturen durch einen regelmäßigen Austausch zwischen den Hochschulgruppen, niedrigschwellige Möglichkeiten für neue Menschen, transparente Prozesse und eine Arbeitsweise, die auf Teams setzt, zu stärken. So werden wir langfristig stabiler, offener und handlungsfähiger.
Wer ich bin
Mein Name ist Alisa, ich bin 22 Jahre alt, studiere Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen und engagiere mich seit meiner frühen Jugend politisch. Angefangen hat es bei Fridays for Future, mittlerweile bin ich bei der Grünen Jugend und der Hochschulpolitik gelandet. Im Dezember 2021 bin ich Mitglied der Grünen Hochschulgruppe (GHG) in Duisburg geworden und direkt zwei Wahlperioden lang als Referentin für Nachhaltigkeit und Mobilität, später für Hochschulpolitik, in den AStA gewählt worden. Dort konnte ich wertvolle Erfahrungen sammeln, von Verhandlungen zum deutschlandweit gültigem Semesterticket bis zum internationalen Austausch mit anderen Studierenden. Von 2023 bis 2025 wurde ich außerdem für die GHG in das Studierendenparlament und für zwei Wahlperioden als studentische Senatorin in den Senat gewählt. Durch diese vielfältige Gremienarbeit konnte ich lernen, wie man Konflikte moderiert, Kompromisse schmiedet und unter Druck handlungsfähig bleibt. Diese Erfahrungen konnte ich auch über zwei Jahre lang im Vorstand der Grünen Jugend Duisburg anwenden, für die ich anderthalb Jahre lang die politische Geschäftsführung übernehmen durfte. Mittlerweile bin ich aufgrund meines Umzugs nach Berlin und meinem neuen Job im Bundestag von den Ämtern zurückgetreten und werde von super tollen Menschen ersetzt.
Wie ihr merkt ist meine Freizeit ziemlich gefüllt mit Politik. Wenn ich nicht grade in der Politik koche, dann koche ich am liebsten 7 Tage die Woche vegane Ramen. Und wenn die Nachrichten nicht wieder einschlagen, dann schlage ich am liebsten meine Friends in Mau Mau.
Ich möchte Bundessprecherin von Campusgrün werden weil ich will, dass Campusgrün bundesweit spürbarer wird. Politisch, kommunikativ, organisatorisch. Ich möchte dafür kämpfen, dass Campusgrün laut bleibt, unbequem ist und sich nicht wegduckt. Für eine Zukunft in der Bildung kein Privileg ist, Forschung frei bleibt und Hochschulen demokratische Orte der Vielfalt sind.
Ich freue mich, die kommenden Monate mit euch zu gestalten und euch bald zu sehen!
Eure Alisa
Politisches Engagement und Mitgliedschaften
05/2023 – 12/2025 Politische Geschäftsführung, ab 03/2025 Beisitzerin im Vorstand der Grünen Jugend Duisburg
05/2023 – 06/2025 Mitglied des Studierendenparlaments
10/2022 – 10/2023, 10/2024 – 10/2025 studentische Senatorin im Senat der Universität Duisburg-Essen
08/2022 – heute Mitglied Grüne Jugend und Bündnis 90/Die Grünen
12/2021 – 06/2024 Referentin für Nachhaltigkeit und Mobilität, später Hochschulpolitik im AStA der Universität Duisburg-Essen
Jobs und Praktika
11/2025 – heute Social Media und Öffentlichkeitsarbeit für MdB Max Lucks
10/2025 – 11/2025 Praktikantin bei MdB Lamya Kaddor
03/2024 – 09/2025 Wahlkampfmanagerin für die Europa-, Bundestags- und Kommunalwahl und Öffentlichkeitsarbeit für Bündnis 90/Die Grünen Duisburg
- Alter:
- 22
- Gruppe:
- Grüne Hochschulgruppe Duisburg-Essen
- Hochschule:
- Universität Duisburg-Essen
